App-Marketing
Mehr Sichtbarkeit für Apps – oder was Marketer tun können, damit ihre iPhone App nicht in der Angebotsflut untergeht.
Das neue iPad wird die Entwicklung der Apps noch weiter beflügeln. Seit dem Start des App Store im Juli 2008 wurden mehr 3 Milliarden (!!!) Programme, also Apps, heruntergeladen. Per Januar 2010 waren rund 140’000 Apps im Angebot. Täglich kommen neue dazu und alle wollen nur eines: runtergeladen werden und Aufmerksamkeit!
Wie viele dieser Apps davon übrigens kostenpflichtig und wie viele kostenlos sind, verrät Apple nicht. Die Einnahmen bei den kostenpflichtigen Apps gehen zu 70% an die Entwickler und zu 30% an Apple. Ein gutes Geschäft!
Die Konkurrenz wie Blackberry, Nokia, Microsoft, Google etc. folgt diesem Trend selbstverständlich. Und dies berechtigt: Das Marktforschungsinstitut Gartner hat ausgerechnet, dass Konsumenten in diesem Jahr weltweit 6,2 Milliarden US-Dollar auf unterschiedlichen Plattformen für mobile Applikationen (Apps) ausgeben. In drei Jahren soll der Umsatz knapp 30 Milliarden weltweit betragen. Und für die Werbung dieser Apps wird laut Gartner “nur” 0,6 Milliarden eingesetzt… kann diese Rechnung aufgehen? Und wenn ja, wie?
Marketingabteilungen sind gefordert
Die Marketingabteilungen sind gefordert, ihre Apps nutzbringend zu vermarkten, um die Investitionskosten zu rechtfertigen – am Besten in Form eines messbaren Paybacks. Und dies ist im Marketing grundsätzlich eine grosse Herausforderung.
Sollten die digitalen Medien und deren Massnahmen -wie z.B. Apps - nicht standardmässig ins Portfolio des Marketingplans gehören? Oder zynisch formuliert: Sind Marketer – und ich zähle mich auch dazu – geistig ausschliesslich bei den “Above-the-Line”-Massnahmen und dem Benchmarking (übrigens der Tod jeder echten Innovation!) steckengeblieben? Oder sichern sie sich “ihr Reich” innerhalb des Unternehmens strategisch mittels “nichts-Neues-in-dieser-Welt” geschickt ab und warten einmal ab? Oder haben sie Bedenken, dass sie aufgrund fehlenden Online-Medien-Know-How an Respekt verlieren?
Werden mit diesem Verhalten Kundenbedürfnisse gedeckt? Wird mit einem solchen Verhalten der Innovationscharakter des Unternehmens transportiert oder sogar gestärkt? Gewinnt die Marke und wird sie positiv aufgeladen?
Nun – ich gehe davon aus, dass es nicht so dramatisch ist, wie soeben beschrieben. Schliesslich rüsten einerseits viele Firmen die Marketingabteilungen mit Online-Know-How auf und anderseits muss nicht jedem “Trend” asap gefolgt werden. Schliesslich sind gute Werbeagenturen in der Lage, die Firmen diesbezüglich zumindest zu beraten. Und schliesslich gibt es auch ein korrektes Vorgehen, um – und so kommen wir wieder zurück zum eigentlichen Thema – seine App möglichst gut zu vermarkten, so dass es in der zielgerichtete Masse nicht untergeht – und dieses Vorgehen ist kein Geheimnis.
Konkrete Massnahmen zum App-Marketing
Grundsätzlich ist es schwierig, in dieser Masse nicht unterzugehen. Ebenso gehe ich davon aus, dass die App solid programmiert ist und einem Kundenbedürfniss entspricht. Eine gut gemachte App findet Beachtung bei Apple. Mit Glück wird sie dann bei den Highlights gelistet.
Sobald eine App aber aus den Top50 im App-Store rausgeflogen ist, findet sie keiner mehr. Eine klaren Leitfaden um in die Top50 zu kommen gibt es jedoch nicht und wäre auch äusserst unseriös. Dies wäre mit einem Aussendienst-Verkäufer vergleichbar, der Dir verspricht, in die Top10 oder zumindest auf die erste Seite von Google zu kommen. Vergiss es! Gibt’s nicht! Geht nicht!
Auch mit den nachfolgenden fünf Tipps wirst Du es leider nicht schaffen – ausser Du behandelst alle dieser fünf Punkte gleichwertig und gleichzeitig. Dies wird in der Theorie als Cross-Mediale-Kampagne bezeichnet, mit einem klar erkennbaren und kommunizierten Mehrwert für den Nutzer.
Da jedoch – besonders in grösseren Unternehmen – Kundenbedürfnisse leider den eigenen, strukturbedingten Bedürfnisse erliegen, ist es oft schwierig solche Unterfangen kundenorientiert umzusetzen. Schliesslich ist sich jeder sich selbst am nächsten, oder?
Trotz diesen ungünstigen Voraussetzungen gibt es Möglichkeiten, seine App bekannt und somit erfolgreich zu platzieren.
5 Tipps für eine erfolgreiche App-Vermarktung
- 1. PR-Massnahmen
Optimal ist natürlich, wenn die (lokale) Presse die App redaktionell aufnimmt und es den Benutzer bzw. den Lesern empfiehlt. In der Schweiz ist dies insbesondere die 20-Minuten-Redaktion, die immer wieder eine grosse Affinität zum Theme beweisen und dadurch auch eine hohe Glaubwürdigkeit haben.
Tipp: Mit der Redaktion Kontakt aufnehmen und die App vorstellen. Verbesserungsvorschläge der Redaktion – sofern möglich – umsetzen. Dadurch ermöglicht man eine “auf-gleicher-Höhe”-Diskussion und wird ernst genommen. - 2. Umsetzung im App-Store
Nebst einer aussagekräftigen Beschreibung der App im App-Store sind gute und ansprechende Screenshots zu zeigen. Auch ein gut gemachtes Icon ist wichtig, da es schliesslich der erste Kundenkontakt mit der App ist. - 3. Klassische Massnahmen (Above-the-Line)
Selbstverständlich müssen die bereits eingesetzten, klassischen Massnahmen genau so integriert werden. Dies können Plakate, Flyers, Inserate, Hinweis in TV- oder Radiospots, Publi-Reportagen oder Hinweise am Point-of-Sale etc. sein. Aufgrund der Kosten empfehle ich keine separten App-Massnahmen, sondern eine Integration in bestehende Massnahmen – Zauberwort “integrierte Kommunikation”. Streuverluste bei Nicht-Smartphones-Benutzer können problemlos in Kauf genommen werden. - 4. Viraler Effekt von Social-Media-Diensten nutzen – sehr wichtig und kostengünstig!
Der stärkste Hebel sind jedoch Rezensionen und Weiterempfehlungen durch Nutzer. Sofern Nutzer von der Qualität einer App überzeugt sind, geben sie gern gute Bewertungen und empfehlen sie weiter. Das kann eine so grosse Hebelwirkung haben, dass eine App innerhalb weniger Tagen nach oben katapultiert wird.
Tipp: Nutzung des viralen Potentials. Fordere Deine Freunde und dein soziales Netzwerk höflich auf , die App in ihrem eigenem sozialen Netzwerk wie Facebook, Twitter oder Xing zu posten. Darüber hinaus kannst du die Screenshots auch auf Flickr oder einen kurzen Clip auf YouTube stellen. Das höchste der Gefühle ist natürlich einen Tipp von iTunes. Sofern die Inhalte und die Qualität der App stimmen, können sich durch einen Tipp bei iTunes die Downloadzahlen bis zu verzehnfachen! - 5. Website-Integration
Anders als man vermuten könnte, wird ein Grossteil der App-Downloads zuerst per Internet auf den PC übertragen und von dort auf das Smartphone (z.B. das iPhone). Darum sollte auf der eigenen Website über die Integration zum Beispiel eines Android- oder iTunes-Logos auf die App verwiesen werden. Grundsätzlich sollten bei allen kommunikativen Massnahmen die offiziellen Store-Logos miteinbezogen werden. Eigentlich klar – dennoch machen es viele nicht!
Alternative Plattformen
Nebst dem Apple App-Store gibt es noch weitere Plattformen, die beobachtet werden sollten. Die Konkurrenz schläft schliesslich nicht.
- Google (wichtig): Android Market
- LG: LG Application Market
- Microsoft (wichtig): Marketplace for Mobile
- Nokia: Ovi Store
- Research in Motion (wichtig): App World
- Samsung: Samsung Apps
