Social Networks: Verbraucherlandschaft “Generation Y”
Und das veränderte Kommunikationsverhalten
Die Welt der Firmen, die auf ihre Kunden einreden und hastig eine statische Internetpräsenz errichten, verliert zunehmend an Bedeutung.
Das Web 2.0 hat die Kommunikation zu einer bidirektionalen Angelegenheit gemacht.
Der Verbraucher hat eine Stimme und ist weltweit vernetzt. E-Mail, Chats, RSS-Feeds, Alert-Dienste, Online-Communities, Blogs, Mobilfunkportale und Social-Networking-Websites sind nur einige Beispiele für sein ständig wachsendes Instrumentarium. Sein Verhalten verändert sich schnell, und das Verhalten der Anbieter muss damit Schritt halten, um ihn zu erreichen und wirkungsvoll anzusprechen.
Im vorliegenden Ratgeber zeigen wir auf, wie sich die Verbraucherlandschaft gerade entwickelt, welche grundlegenden Veränderungen des Informationsflusses es gibt und wie sich die Werbelandschaft anpassen muss, um taktisch zu kommunizieren und Channel-übergreifend wirksam zu werden.
Verbraucherlandschaft “Generation Y”
Das Verhalten im Web 2.0 wird von der jüngeren Generation bestimmt, vor allem von der so genannten “Generation Y”. Das soll Anbieter allerdings keineswegs davon abhalten, Web 2.0-Tools zu implementieren, um Zielgruppen jenseits der Mittdreissiger anzusprechen. In diesem Bereich sind nämlich auch viele Erwachsene aktiv, die älter als 35 sind.
Die höchste Konzentration junger Anwender findet sich auf den Social-Networking-Sites.
Je weiter man sich von den Social Networks entfernt, desto gleichmässiger verteilt sich die Verbraucherlandschaft auf die verschiedenen Altersgruppen. Das Lesen von Blogs oder von Beiträgen auf den Websites der Zeitungen ist heutzutage ein vergleichsweise normales Verhalten. Beispielsweise entspricht die Zahl der Menschen, die Kommentare auf einer Mainstream-Website lesen, fast der Zahl der Zeitungsleser insgesamt.
Zu den weniger gängigen Dingen zählen Widgets oder UI-Tools, wie man sie vor allem auf Social-Networking-Sites findet, die aber nur von sehr wenigen Menschen genutzt werden. Diese Tatsache ist eines von mehreren Indizien, die darauf hindeuten, dass die neue Akzeptanz des Social Networking noch nicht den Scheitelpunkt erreicht hat. Vielmehr gibt es im Bezug auf das Web 2.0 neue Verhaltensformen, die gerade erst entstehen.
Eine wichtige Anmerkung zum Thema Altersgefälle: Die Generation Y verlässt gerade erst die Schule und verfügt nur über begrenzte Kaufkraft. Bald werden diese Verbraucher jedoch die vorherrschenden Käufer im Web sein. Dann müssen die Anbieter den Umgang mit Web 2.0 beherrschen, um sich den Löwenanteil der Verbraucherausgaben zu sichern.
Nichts deutet darauf hin, dass die Akzeptanz des Web 2.0 nachlassen wird, wenn die Generation Y in die Arbeitswelt und somit in eine neue Lebensphase eintritt. Im Gegenteil: Offenbar wird bei der Generation Y sogar eine Zunahme dieser Akzeptanz erwartet. Derzeit gelten Social-Networking-Sites noch als Entertainment, aber wenn die Generation Y zum Hauptverdienersegment der Bevölkerung wird, werden diese Tools sich noch für andere Anwendungen als nützlich erweisen (z. B. bei der Nutzung von Erkenntnissen aus Kommunikationskanälen für die Produktrecherche).
Informationsflüsse im Internet
Vor dem Aufkommen der Social Networks blieb dem Anbieter nichts anderes übrig, als eine nicht zielgerichtete Einzelbotschaft möglichst laut hinauszuschreien. Die Mundpropaganda beschränkte sich auf ein Gespräch mit den Nachbarn am Gartenzaun, den Tratsch beim örtlichen Bäcker und einen Plausch unter Freunden bei der Tupperware-Party am Wochenende.
In der Online-Welt von heute kommen die Gäste einer solchen Party aus der ganzen Welt. Diese Personen können die Botschaft im Handumdrehen anzeigen, diverse Interpretationen studieren und Informationen an Freunde weiterleiten, die das Thema weiter verknüpfen. Darüber hinaus können Internet-Benutzer Bewertungen bereits vornehmen und veröffentlichen, bevor die meisten Menschen auch nur nach dem Produkt gegriffen haben.
Die Botschaft verbreitet sich nun wesentlich schneller und über einen deutlich grösseren Personenkreis. Nicht nur, dass Verbraucher in Echtzeit auf die Meinung anderer zugreifen können; im Gegenzug kann auch der Anbieter die öffentliche Meinung und Akzeptanz messen.
Diese Möglichkeit der gegenseitigen Rückmeldung verändert die Art und Weise, wie Anbieter mit potenziellen Kunden kommunizieren müssen. Ausserdem unterstreicht sie, wie wichtig es ist, auf die vergleichende Produktwahrnehmung des Verbrauchers zu lauschen.
Was ist “Generation Y”?
Millennials (zu deutsch etwa: die Jahrtausender) wird seitens Soziologen diejenige menschliche Generation der Bevölkerung genannt, die nach 1980 geboren wurde und jetzt (2010) etwa ein Lebensalter von Mitte bis Ende 20 aufweist. Je nach Quelle werden die Millennials auch als Generation Y, Gen Y oder Digital Natives bezeichnet. Sie gelten damit als Nachfolgegeneration der Baby-Boomer und der Generation X.
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